Nächste Termine
21
Oktober
Mittwoch
18:30 Uhr
Klingel bei…? Begleitprogramm zur Ausstellung
Panel-Diskussion: Was heißt „queer“ auf…?
Eine Zusammenarbeit vom Museum Lichtenberg und der AG Migrantische Linke Lichtenberg
Wer queer ist, weiß, wie es ist, in zwei Welten zu leben – in der einen müssen wir uns einer heteronormativen Gesellschaft mit frigiden Geschlechterrollen anpassen; in der anderen können wir sein, wer wir sind, und lieben, wen wir wollen.
Auch migrantische Menschen leben ständig in verschiedenen Welten. Es gibt Situationen, in denen wir einen essenziellen Teil von uns verstecken müssen, in der Hoffnung, akzeptiert zu werden, bspw. wenn migrantische Menschen, ihre Muttersprache nicht sprechen, sei es, weil es ihnen verboten wird oder weil sie es selbst „uncool“ finden, da es sie anders macht.
Stigmatisierung und Diskriminierung, andererseits aber bunte Vielfalt und stark ausgeprägte Kultur zeichnen die queeren und migrantischen Communities aus. Wie ist es also, wenn diese Welten aufeinanderprallen und interagieren? In einer Gesellschaft, die uns gern in Schubladen einsortiert,wie ist es, in keine oder mehrere gleichzeitig zu gehören? Gleichzeitig stellen sich Fragen über Begriffe und kulturelle Unterschiede. Was für Wörter werden
auf anderen Sprachen genutzt, um Queerness auszudrücken? Wie wird queere Kultur gelebt in migrantischen Haushälten?
In einer Panel-Diskussion besprechen queere Migras 1. und 2. Generation, wie Herkunft, Identität und gesellschaftliche Ausgrenzung zusammenwirken. Die AG Migrantische Linke Lichtenberg hat folgende Personen zum Panel eingeladen:
🟡 Kila (sie/ihr) ist MTL-Auszubildende und Mitorganisatorin von Cơm Together (viet-deutscher Communitytreff).
🟡 Ilias (er/ihm) macht derzeit seinen Master in Museumsmanagement und -kommunkation. Davor studierte er Bildende Kunst und Film, wo der Schwerpunkt seiner Arbeit auf queeren Repräsentationen und Archivierungsprozessen lag. Geboren und aufgewachsen in Montpellier in Südfrankreich, hat er algerische und maltesische Wurzeln.
🟡 Hanka (sie/ihr) ist in Berlin aufgewachsen und hat polnische familiäre Migrationsgeschichte. Sie hat sechs Jahre in Warschau gelebt, studiert und gearbeitet. Als Sozialarbeiterin bei LesLeFam e.V. (Lesben Leben Familie) setzt sie sich für mehr queere Sichtbarkeit und Unterstützungsangebote in den Berliner Ostbezirken ein.
🟡 Khang (dey/deren, er/ihn) ist Sprecher der AG Migrantische Linke Lichtenberg und organisiert kulturelle Community-Events im politischen Rahmen. Dey ist aufgewachsen in Marzahn-Hellersdorf und Kind vietnamesischer Vertragsarbeiter:innen.
🟡 Moderiert wird von So-Rim (sie/ihr), Psychologin und seit 2010 im Bereich Anti-Rassismus und queere Vielfalt tätig.
Zum Event gibt es kleine Snacks von Về Nhà Catering (@venha.berlin) und alkoholfreie Getränke
vom Museum.
01
November
Sonntag
14 Uhr
Klingel bei…? Begleitprogramm zur Ausstellung
Kurator*innenführung am Museumssonntag
Wie entsteht eine Ausstellung über 100 Jahre queeres Leben in Lichtenberg?
Begleitet die Kurator*innen Neo Seefried und Karl-Heinz Steinle durch die Ausstellung Klingel bei Anna – 100 Jahre queeres Leben in Lichtenberg. Erfahrt mehr über die Geschichten, Orte und Biografien, die in der Ausstellung sichtbar werden, und begleitet den Weg von der Recherche bis zur fertigen Ausstellung.
Neben den historischen Inhalten stehen auch die gestalterischen Entscheidungen im Fokus: Warum sieht die Ausstellung so aus, wie sie aussieht? Welche Rolle spielen Design und Szenografie bei der Vermittlung queerer Geschichte? Die Führung bietet Euch die Gelegenheit, die Ausstellung aus einer neuen Perspektive kennenzulernen und einen Blick hinter die Kulissen der kuratorischen Arbeit zu werfen.
Das Angebot findet parallel zum Museumssonntag in der Dauerausstellung statt. Hier erwartet Euch wieder eine neue spannende Führung mit Kreativ-Workshop im Anschluss. Nähere Informationen folgen.
🟡 Treffpunkt: Museum Lichtenberg, 1. Stock, Zillesaal
01
November
Sonntag
14–16 Uhr
Museumssontag | WORHSHOP FÜR ERWACHSENE
Zwischen Werkbank und Wohnzimmer. Alltag in der DDR
Plattenbau, Punkbewegung, Vertragsarbeit und Ausreiseanträge: die Geschichte der DDR ist vielfältig und widersprüchlich.
Bei einer kurzweiligen Führung durch unsere Dauerausstellung werfen wir einen Blick auf die Lebenswirklichkeit der Menschen in der DDR, natürlich am Beispiel von Berlin-Lichtenberg. Wie prägten gesellschaftliche und politische Strukturen den Alltag? Welche Freiräume gab es, wo stießen Menschen an Grenzen? Und welche Rolle spielte die Industriegeschichte Lichtenbergs?
Im Anschluss wird es kreativ! In einem künstlerischen Workshop setzen wir uns mit den Eindrücken und Themen der Führung auseinander. Dabei können verschiedene Drucktechniken ausprobiert und eigene Arbeiten gestaltet werden, die selbstverständlich mit nach Hause genommen werden dürfen.
Begleitet wird der Workshop von der Kunsthistorikerin Susanne Sabouri und der Künstlerin Anastasia Mikhaylova.
Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch und einen kreativen Nachmittag mit euch!
🟡 Museumssonntag, 01. November 2026
🟡 14–16 Uhr | kostenfrei und ohne Anmeldung
🟡 Museum Lichtenberg, Türrschmidtstr. 24, 10317 Berlin
05
November
Donnerstag
18:30 Uhr
Klingel bei…? Begleitprogramm zur Ausstellung
Zeitzeug*innen im Gespräch
Ohne die Offenheit vieler Zeitzeug*innen gäbe es diese Ausstellung nicht. Im Gespräch mit Co-Kurator Karl-Heinz Steinle erzählen sie von queeren Lebensrealitäten in Lichtenberg, teilen Erinnerungen, Anekdoten und persönliche Perspektiven. Seltene Interview- und Filmausschnitte machen den Abend zu einer lebendigen Begegnung mit queerer Geschichte.
Projekte
Forschungsprojekte, Mitmach-Aktionen & mehr
Auch über Ausstellungen und Veranstaltungen im Museum und im Stadtraum hinaus ist das Museum Lichtenberg in Projekte und Aktionen involviert.
Aufruf: Erinnerungsstücke gesucht.
Ihr seid Teil der Geschichte Lichtenbergs
Welchen Gegenstand aus eurem Besitz möchtet ihr zusammen mit einer Erinnerung als Leihgabe an das Museum Lichtenberg übergeben? Wir suchen Dinge aus eurer Lebensgeschichte, Familiengeschichte oder der allgemeinen Zeitgeschichte – Alltägliches, Persönliches oder Historisches. Die dazugehörigen Erinnerungen und Besonderheiten können schriftlich oder mündlich im Museum Lichtenberg übergeben werden.
Der Gegenstand wird nach der Übergabe im Museum zu sehen sein. Er darf das Maß von 30×30×30 cm nicht überschreiten.
Kontakt:
Archiv- und Sammlungsleiter
Dr. Dirk Moldt
030 57797388 18
Wir suchen Zeitzeug*innen!
Für das Forschungsprojekt „Queer Lichtenberg – gestern und heute“ bitten wir um Ihre Mithilfe
Uns interessieren Ihre Erlebnisse und Eindrücke aus der Zeit vor 1989, den Wendejahren bis zur Gegenwart. Wie war das in Lichtenberg? Wie ist es Ihnen ergangen? Gab es Treffpunkte? Fühlten Sie sich sicher? Wo haben Sie getanzt und gefeiert? Uns interessieren Geschichten des ganz normalen Lebens mit seinen Höhen und Tiefen, Mut und Bedrängnissen, Einsamkeiten und bestärkenden Freundschaften. Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihre persönliche Geschichte weitergeben möchten. Damit diese nicht vergessen wird.
Öffentlich kaum wahrgenommen wurde und wird, dass auch Lichtenberg Lebens- und Arbeitsort vieler queerer Menschen war und ist. „Queer“ ist der Überbegriff für verschiedene, nicht heterosexuelle Orientierungen und Geschlechter. Mit dem Ziel, dieses Leben im Stadtraum sichtbar zu machen, startete die Diversity- und Queerbeauftragte des Bezirks Lichtenberg, Sabine Pöhl, in Kooperation mit dem Museum Lichtenberg ein Forschungsprojekt, das queere Bewegungsgeschichte(n) anhand von Akteur*innen ergründen soll.
Die Historiker Karl-Heinz Steinle und Andreas Pretzel erforschen anhand von Alltagserfahrungen, Treffpunkten und Aktionen die Vielfalt queerer Lebenswelten, fragen nach Handlungsräumen für queere Menschen und wie sich ihre Formen von Eigensinn und Selbstbehauptung in Zeiten von Diskriminierung, Verfolgung und Unterdrückung änderten.
Kontakt:
Archiv- und Sammlungsleiter
Dr. Dirk Moldt
030 57797388 18
Moldt@Kultur-in-Lichtenberg.de
Koloniale Spuren in Lichtenberg
Das Museum Lichtenberg geht kolonialen Spuren in Lichtenberg nach. Erste Forschungsergebnisse zum Schloss Friedrichsfelde und Benjamin Raule, zum geplanten Kolonialviertel in Karlshorst und zu Straßennamen im sogenannten Burenviertel geben einen Einblick in die Kolonialgeschichte des Bezirks.
Dank der Förderung des Bezirkskulturfonds Berlin kann das Museum die Forschungen in 2024 fortsetzen. Das Projekt wird aus Mitteln des Programms des Landes Berlin zur kulturellen Infrastrukturerhaltung und -entwicklung in den Bezirken (Bezirkskulturfonds) gefördert.
Erfahre mehr über das Projekt „Kolonialismus begegnen: Dezentrale Perspektiven auf die Berliner Stadtgeschichte“ auf kolonialismus-begegnen.de.
Was hat Lichtenberg mit dem deutschen Kolonialismus zu tun? Auf den ersten Blick scheint es im Bezirk keine Gebäude (mehr) zu geben, die auf koloniale Verflechtungen hinweisen. Eine neue Publikation stellt nun Forschungsergebnisse vor, die dennoch koloniale Spuren im Bezirk nachweisen.
Die neue Publikation „Koloniale Spuren in Lichtenberg“, herausgegeben vom Museum Lichtenberg, stellt aktuelle Ergebnisse vielfältiger Forschungen vor. Die regionalgeschichtliche Spurensuche zeichnet ein vielschichtiges und überraschendes Bild der kolonialen Verflechtungen des Bezirks. Fotos im Band zeigen, dass Menschen aus Afrika offenbar auch jahrelang bei den Wasserparaden des Stralauer Fischzuges eine Rolle spielten. Auch das Burenviertel in Karlshorst hat einen kolonialgeschichtlichen Bezug. Mit diesen und weiteren Beispielen ist der Band als eine Zwischenbilanz zu verstehen. Weitere Projekte werden folgen.