Nächste Termine
01
November
Sonntag
14 Uhr
Klingel bei…? Begleitprogramm zur Ausstellung
Kurator*innenführung am Museumssonntag
Wie entsteht eine Ausstellung über 100 Jahre queeres Leben in Lichtenberg?
Begleitet die Kurator*innen Neo Seefried und Karl-Heinz Steinle durch die Ausstellung Klingel bei Anna – 100 Jahre queeres Leben in Lichtenberg. Erfahrt mehr über die Geschichten, Orte und Biografien, die in der Ausstellung sichtbar werden, und begleitet den Weg von der Recherche bis zur fertigen Ausstellung.
Neben den historischen Inhalten stehen auch die gestalterischen Entscheidungen im Fokus: Warum sieht die Ausstellung so aus, wie sie aussieht? Welche Rolle spielen Design und Szenografie bei der Vermittlung queerer Geschichte? Die Führung bietet Euch die Gelegenheit, die Ausstellung aus einer neuen Perspektive kennenzulernen und einen Blick hinter die Kulissen der kuratorischen Arbeit zu werfen.
Das Angebot findet parallel zum Museumssonntag in der Dauerausstellung statt. Hier erwartet Euch wieder eine neue spannende Führung mit Kreativ-Workshop im Anschluss. Nähere Informationen folgen.
🟡 Treffpunkt: Museum Lichtenberg, 1. Stock, Zillesaal
01
November
Sonntag
14–16 Uhr
Museumssontag | WORHSHOP FÜR ERWACHSENE
Zwischen Werkbank und Wohnzimmer. Alltag in der DDR
Plattenbau, Punkbewegung, Vertragsarbeit und Ausreiseanträge: die Geschichte der DDR ist vielfältig und widersprüchlich.
Bei einer kurzweiligen Führung durch unsere Dauerausstellung werfen wir einen Blick auf die Lebenswirklichkeit der Menschen in der DDR, natürlich am Beispiel von Berlin-Lichtenberg. Wie prägten gesellschaftliche und politische Strukturen den Alltag? Welche Freiräume gab es, wo stießen Menschen an Grenzen? Und welche Rolle spielte die Industriegeschichte Lichtenbergs?
Im Anschluss wird es kreativ! In einem künstlerischen Workshop setzen wir uns mit den Eindrücken und Themen der Führung auseinander. Dabei können verschiedene Drucktechniken ausprobiert und eigene Arbeiten gestaltet werden, die selbstverständlich mit nach Hause genommen werden dürfen.
Begleitet wird der Workshop von der Kunsthistorikerin Susanne Sabouri und der Künstlerin Anastasia Mikhaylova.
Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch und einen kreativen Nachmittag mit euch!
🟡 Museumssonntag, 01. November 2026
🟡 14–16 Uhr | kostenfrei und ohne Anmeldung
🟡 Museum Lichtenberg, Türrschmidtstr. 24, 10317 Berlin
05
November
Donnerstag
18:30 Uhr
Klingel bei…? Begleitprogramm zur Ausstellung
Zeitzeug*innen im Gespräch. Ein Abend mit und über Zeitzeug*innen
Ohne die Offenheit vieler Zeitzeug*innen gäbe es die Ausstellung „Klingel bei Anna …“ nicht. Auch nicht ohne diejenigen, die Gespräche mit Zeitzeug*innen in Wort und Bild festhalten.
Gäste an dem Abend sind Peter Rausch, Kathrin* Schultz und Jochen Hick – Zeitzeug*innen, Aktivist*innen und Vermittler*innen von Geschichte. Im Gespräch mit Co-Kurator Karl-Heinz Steinle geht es um queere Geschichten und Anekdoten aus Lichtenberg, um verschiedene Perspektiven auf Geschichte und ihre Weitergabe, um Überlieferungen von Ereignissen und Alltäglichkeiten. Angesprochen werden Fragen zu Filmen als Träger von Erinnerungen und die Mehrfachfunktion als Dokumentarist*innen und Zeitzeug*innen.
Ergänzt wird der Abend mit Ausschnitten aus teils noch nie gezeigten Interviews und Filmen.
🟣 Peter Rausch
1973 Mitgründer der Homosexuellen Interessengemeinschaft Berlin (HIB), Initiator von deren Kabarett-Gruppe Hibaré und aktiv im Sonntags-Club, wo er ab 1989 den Gesprächskreis Bisexualität leitete. Von Peter Rausch existieren zahlreiche Filmzusammenschnitte zu den Aktivitäten der HIB
🟣 Kathrin* Schultz
Autorin*,Diplompädagogin* und Filmemacherin*, zuletzt des Filmprojekts „Zwischen gestern und morgen – 50 Jahre Sonntags-Club“ (2024), seit 2022 Projektleitung von Queer*Home, deutschlands erster Beratungsstelle für queer Wohnungslose mit Sitz in Lichtenberg
🟣 Jochen Hick
Filmautor, TV-Journalist, Regisseur und Filmproduzent. Personen aus seinen Dokumentarfilmen „Out in Ost-Berlin – Lesben und Schwule in der DDR“ (2013) und „Queer Exile Berlin“ (2023) werden auch in der Ausstellung gezeigt. Sein ORAL HISTORY PROJEKT umfasst fast 40 Video-Interviews mit queeren Personen aus Ost-Berlin und der DDR
26
November
Donnerstag
13–17 Uhr
Klingel bei …? Begleitprogramm zur Ausstellung
Queere Geschichte und Gegenwart in Pankow und Lichtenberg: Drei barrierearme Bustouren mit Neo Seefried und Karl-Heinz Steinle
Drei Bustouren, drei unterschiedliche Perspektiven auf queeres Leben jenseits der Berliner Innenstadt: Die Touren führen zu historischen und gegenwärtigen Orten in Pankow und Lichtenberg und erzählen von Vergnügen, Selbstorganisation und Sichtbarkeit, aber auch von Kontrolle, Repression und Verfolgung.
Zu den Stationen gehören der Sonntags-Club im Prenzlauer Berg, der bereits vor dem Mauerfall bestand und bis heute ein wichtiger Ort queerer Vielfalt ist, sowie die ehemalige Club-Gaststätte Lichtenberger Krug. Hier erinnern wir an die Partys der Homosexuellen Interessengemeinschaft Berlin (HIB) in den 1970er-Jahren und die legendären Tuntenbälle der 1980er-Jahre. An der Erlöserkirche am Nöldnerplatz erzählen wir von der queerpolitischen Aufbruchsstimmung der 1980er-Jahre, während das ehemalige Arbeits- und Bewahrungshaus in Rummelsburg für unterschiedliche Formen staatlicher Repression gegen queere Menschen steht.
Weitere Stationen führen in den Kaskelkiez, zu Queer*Home, einer Beratungsstelle für wohnungslose queere Menschen, und zum Museum Lichtenberg. Im ehemaligen Stadthaus befand sich einst die bezirkliche Jugendfürsorgeeinrichtung, die auch Zwangsmaßnahmen gegen nonkonforme queere Jugendliche einleitete. Heute zeigt das Museum die Ausstellung „Klingel bei Anna – 100 Jahre queeres Leben in Lichtenberg“, die viele der während der Tour angesprochenen Geschichten vertieft.
Durchgeführt und moderiert werden die Touren von Neo Seefried und Karl-Heinz Steinle, den beiden Kurator*innen der Ausstellung. Ihre Erzählungen werden durch persönliche Erinnerungen und Perspektiven unterschiedlicher Zeitzeug*innen und geladener Gäste ergänzt.
Bei den Touren mit Museumsbesuch laden wir zum gemeinsamen Ausklang bei Kaffee, Tee und Keksen ein. Es besteht außerdem die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen.
Die drei Touren im Überblick
🟣 Donnerstag, 26. November 2026
Bustour zu ausgewählten Orten queerer Geschichte und Gegenwart mit anschließendem Ausstellungsbesuch im Museum Lichtenberg.
🟣 Sonntag, 29. November 2026
Bustour mit eigenen Schwerpunkten und anschließendem Besuch des traditionellen Lichtermarkts am Rathaus Lichtenberg.
🟣 Samstag, 5. Dezember 2026
Tour mit besonderem Fokus auf Menschen, die dauerhaft auf ihren Rollstuhl angewiesen sind. Anschließend gemeinsamer Ausklang im Museum Lichtenberg.
Termine: 26. und 29. November sowie 5. Dezember 2026, jeweils 13–17 Uhr
Treffpunkt/Abholung: 12:45 Uhr, Alexanderplatz (Fernbushaltestelle)
🟣 Anmeldung erbeten unter: 🟣
030 5779378811 / info@museum-lichtenberg.de
Die Touren sind insbesondere für Senior*innen und mobilitätseingeschränkte Personen konzipiert. Menschen aller Generationen sind willkommen.
Wir bemühen uns derzeit um den Einsatz barrierearmer Busse, möglichst auch mit Rollstuhlstellplätzen und geeigneter Einstiegshilfe. Die konkreten Möglichkeiten hängen von den verfügbaren Fahrzeugen ab und werden rechtzeitig bekannt gegeben. Bitte teilt uns besondere Bedarfe möglichst bereits bei der Anmeldung mit.
06
Dezember
Sonntag
14–16 Uhr
Workshop zum Museumssonntag
Im Luftschiff über Lichtenberg
Wusstet ihr, dass vor über 100 Jahren in Lichtenberg ein Luftschiff gebaut wurde? Steigt ein und lasst euch von der Kunsthistorikerin Susanne Sabouri auf eine spannende Reise durch 700 Jahre Stadtgeschichte begleiten!
Gemeinsam erlebt ihr den Bezirk aus der Luft und entdeckt, wie sich Lichtenberg von einem kleinen Ackerbauerdorf zu einem der innovativsten Erfinderstandorte Berlins entwickelte. Dabei begegnen euch außergewöhnliche Erfindungen, überraschenden Geschichten und Menschen, die den Bezirk geprägt haben.
Nach der spannenden Führung werdet ihr gemeinsam mit der Künstlerin Anastasia Mikhaylova selbst zu Künstler:innen! Im Kreativworkshop könnt ihr eigene Gipsabgüsse anfertigen und anschließend nach Lust und Laune gestalten. Ob mit Pinsel und Farbe oder mit der Airbrush-Technik, bei der Farbe mithilfe einer Sprühpistole fein aufgetragen wird: Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. So entstehen ganz individuelle Kunstwerke, die ihr zum Abschluss selbstverständlich mit nach Hause nehmen könnt.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Museumssonntags statt. Einmal im Monat seid ihr eingeladen, das Museum bei einer abwechslungsreichen Führung und einem anschließenden Kreativworkshop aus neuen Perspektiven kennenzulernen. Hier wird Geschichte nicht nur erzählt, sondern auch selbst entdeckt und kreativ gestaltet!
Wie immer kostenfrei und ohne Anmeldung. Alle Materialien werden vom Museum zur Verfügung gestellt.
Projekte
Forschungsprojekte, Mitmach-Aktionen & mehr
Auch über Ausstellungen und Veranstaltungen im Museum und im Stadtraum hinaus ist das Museum Lichtenberg in Projekte und Aktionen involviert.
Aufruf: Erinnerungsstücke gesucht.
Ihr seid Teil der Geschichte Lichtenbergs
Welchen Gegenstand aus eurem Besitz möchtet ihr zusammen mit einer Erinnerung als Leihgabe an das Museum Lichtenberg übergeben? Wir suchen Dinge aus eurer Lebensgeschichte, Familiengeschichte oder der allgemeinen Zeitgeschichte – Alltägliches, Persönliches oder Historisches. Die dazugehörigen Erinnerungen und Besonderheiten können schriftlich oder mündlich im Museum Lichtenberg übergeben werden.
Der Gegenstand wird nach der Übergabe im Museum zu sehen sein. Er darf das Maß von 30×30×30 cm nicht überschreiten.
Kontakt:
Archiv- und Sammlungsleiter
Dr. Dirk Moldt
030 57797388 18
Wir suchen Zeitzeug*innen!
Für das Forschungsprojekt „Queer Lichtenberg – gestern und heute“ bitten wir um Ihre Mithilfe
Uns interessieren Ihre Erlebnisse und Eindrücke aus der Zeit vor 1989, den Wendejahren bis zur Gegenwart. Wie war das in Lichtenberg? Wie ist es Ihnen ergangen? Gab es Treffpunkte? Fühlten Sie sich sicher? Wo haben Sie getanzt und gefeiert? Uns interessieren Geschichten des ganz normalen Lebens mit seinen Höhen und Tiefen, Mut und Bedrängnissen, Einsamkeiten und bestärkenden Freundschaften. Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihre persönliche Geschichte weitergeben möchten. Damit diese nicht vergessen wird.
Öffentlich kaum wahrgenommen wurde und wird, dass auch Lichtenberg Lebens- und Arbeitsort vieler queerer Menschen war und ist. „Queer“ ist der Überbegriff für verschiedene, nicht heterosexuelle Orientierungen und Geschlechter. Mit dem Ziel, dieses Leben im Stadtraum sichtbar zu machen, startete die Diversity- und Queerbeauftragte des Bezirks Lichtenberg, Sabine Pöhl, in Kooperation mit dem Museum Lichtenberg ein Forschungsprojekt, das queere Bewegungsgeschichte(n) anhand von Akteur*innen ergründen soll.
Die Historiker Karl-Heinz Steinle und Andreas Pretzel erforschen anhand von Alltagserfahrungen, Treffpunkten und Aktionen die Vielfalt queerer Lebenswelten, fragen nach Handlungsräumen für queere Menschen und wie sich ihre Formen von Eigensinn und Selbstbehauptung in Zeiten von Diskriminierung, Verfolgung und Unterdrückung änderten.
Kontakt:
Archiv- und Sammlungsleiter
Dr. Dirk Moldt
030 57797388 18
Moldt@Kultur-in-Lichtenberg.de
Koloniale Spuren in Lichtenberg
Das Museum Lichtenberg geht kolonialen Spuren in Lichtenberg nach. Erste Forschungsergebnisse zum Schloss Friedrichsfelde und Benjamin Raule, zum geplanten Kolonialviertel in Karlshorst und zu Straßennamen im sogenannten Burenviertel geben einen Einblick in die Kolonialgeschichte des Bezirks.
Dank der Förderung des Bezirkskulturfonds Berlin kann das Museum die Forschungen in 2024 fortsetzen. Das Projekt wird aus Mitteln des Programms des Landes Berlin zur kulturellen Infrastrukturerhaltung und -entwicklung in den Bezirken (Bezirkskulturfonds) gefördert.
Erfahre mehr über das Projekt „Kolonialismus begegnen: Dezentrale Perspektiven auf die Berliner Stadtgeschichte“ auf kolonialismus-begegnen.de.
Was hat Lichtenberg mit dem deutschen Kolonialismus zu tun? Auf den ersten Blick scheint es im Bezirk keine Gebäude (mehr) zu geben, die auf koloniale Verflechtungen hinweisen. Eine neue Publikation stellt nun Forschungsergebnisse vor, die dennoch koloniale Spuren im Bezirk nachweisen.
Die neue Publikation „Koloniale Spuren in Lichtenberg“, herausgegeben vom Museum Lichtenberg, stellt aktuelle Ergebnisse vielfältiger Forschungen vor. Die regionalgeschichtliche Spurensuche zeichnet ein vielschichtiges und überraschendes Bild der kolonialen Verflechtungen des Bezirks. Fotos im Band zeigen, dass Menschen aus Afrika offenbar auch jahrelang bei den Wasserparaden des Stralauer Fischzuges eine Rolle spielten. Auch das Burenviertel in Karlshorst hat einen kolonialgeschichtlichen Bezug. Mit diesen und weiteren Beispielen ist der Band als eine Zwischenbilanz zu verstehen. Weitere Projekte werden folgen.