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Person des Monats Juni

Hans Christoph von Röbel – Rittergutsbesitzer und Lehnsherr von Hohenschönhausen, „Oberster Kommissarius des Niederbarnimschen Kreises“

10. Juni 1603 - 24. April 1671

Hans Christoph von Röbel, der am 10. Juni 1603 geboren wurde, und dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 415. Mal jĂ€hrt, entstammt einem alten mĂ€rkischen Adelsgeschlecht, das sowohl in Mecklenburg als auch in Brandenburg ĂŒber Landbesitz verfĂŒgte. Nach dem Landbuch Karls IV. hatten die Röbels schon 1375 GĂŒter in Barnim, und zwar in Blankenburg, Karow, Buch und Falkenberg. Die erste ErwĂ€hnung des Namens Röbel, der sich von einem am MĂŒritzsee gelegenen Ort in Mecklenburg ableitet, stammt aus einer Urkunde des Bischofs Heinrich I. aus dem Jahr 1256. Um 1480 erhielten die Vettern Tamme und Alexander von Röbel in Hohenschönhausen vier Hufen Land und eigene Rechte, ab 1499 war ein Hans von Röbel in Hohenschönhausen ansĂ€ssig. Sowohl er, als auch sein Sohn Achim sorgten dafĂŒr, dass bis zum Jahr 1536 die Familie den gesamten Ort als Lehen von KurfĂŒrst Joachim II. erhielt.

In einem Lehnsbrief vom 5. MĂ€rz 1628 wurde Hans Christoph von Röbel die Verantwortung fĂŒr die Besitzungen dieses Zweiges der Familie ĂŒbertragen. Zu dieser Zeit wĂŒtete der DreißigjĂ€hrige Krieges (1618-1648), von dem auch Hohenschönhausen nicht verschont blieb. Mehrmals zogen plĂŒndernde Truppen durch den Ort. Nach dem Ende des Krieges waren von den 10 vorhandenen Bauernstellen nur noch 3 besetzt. Das brachte fĂŒr den Gutsbesitzer Hans Christoph von Röbel erhebliche wirtschaftliche Probleme. Um diese schwierige Zeit zu ĂŒberstehen und das Rittergut zu retten, sah er sich gezwungen, einen Teil seines Landbesitzes in anderen Orten zu verkaufen. Zudem hatte er auch finanzielle Verpflichtungen gegenĂŒber seiner weitlĂ€ufigen Familie, die zu erfĂŒllen waren. Um allen Forderungen nachkommen zu können, hĂ€ufte er einen ganzen Berg von Schulden an.

Unter seinen Standesgenossen hatte Hans Christoph von Röbel ein hohes Ansehen. Die Ritterschaft Niederbarnims schlug 1663 vor, ihn zum Nachfolger des verstorbenen Kommissars Heinrich Wilhelm von Krummensee zu ernennen. Er erklĂ€rte sich bereit, dieses Amt, das heute dem eines Landrates entsprechen wĂŒrde, anzunehmen. Am 17. Juni 1663 bestĂ€tigte der KurfĂŒrst ihn im Amt. Bei Gustav Berg heißt es dazu: „Als Ober-Kommissarius hat er es wohl verstanden, die Belange des Adels und der ĂŒbrigen Kreisbewohner zu vertreten, wie er es auch nicht versĂ€umte, seine eigenen wahrzunehmen.“ Er soll sich das Lehen ĂŒber einige „wĂŒste“ Bauernhöfe gesichert haben, wobei hervorzuheben ist, dass zu damaliger Zeit zu jedem Bauernhof 4 Hufen Land gehörten, was heute etwa 30 Hektar entsprĂ€che.

Nach dem Gothaschen Genealogischen Taschenbuch der Uradligen HÀuser von 1917 war Hans Christoph von Röbel zwei Mal verheiratet. Aus der ersten Ehe mit Barbara Sabina von Pfuel ging der Sohn Christian Dietrich von Röbel, geb. 1639 in Hohenschönhausen, gest. 1723 in Hemsendorf. Mit seiner zweiten Ehefrau, Maria Hypolita von der Hagen, die er am 9. MÀrz 1647 heiratete, hatte er zwei weitere Kinder, Erdmann Samuel und Barbara Sabine von Röbel.

[Gustav Berg nennt in seinem Manuskript „Die Röbels in Hohenschönhausen“ eine Anna Sophie geborene von Holtzendorff als seine erste Gemahlin.] Hans Christoph von Röbel starb am 24. April 1671 und wurde in der Sakristei der Kirche von Hohenschönhausen beigesetzt. Bis heute erinnert sein prĂ€chtiger Totenschild, der in der Kirche hĂ€ngt, an dieses Mitglied der Familie Röbel. In der Umschrift des Totenschildes lautet sein Vorname fĂ€lschlicherweise Hans Christian (nicht Hans Christoph).

Die Inschrift des Totenschildes lautet:

„Der Hochedelgeborene Gestrenge, veste und Mannhafte Herr Hans Christian von Röbell seiner ChurfĂŒrstl. Durchlaucht weilandt wohl verordter Commissaris des Niederbarnimschen Kreises Erbherr auf: Hohenschönhausen, Wartenberg und Buchholz ist geboren; Ao. 1603 den frytag nach Exaudi durch einen sanften, Seeligen todt aus der Welt gerufen den Ostermontag den 24ten April in diesem laufenden 1671 Jahr. Nachdem er es gebracht auf 67 Jahr 10 Monate 15 Tage. Gott wolle ihm geben hie in der Erden eine gute Ruhe am JĂŒngstentage eine Fröhliche Auferstehung.“