Dauer-Ausstellung
Lichtenberg ist ein Bezirk der Vielfalt.
Hier kommt alles zusammen:
Dorf, Groß-Siedlung und Stadt,
Kiez-Geschichte und Welt-Geschichte,
Menschen mit unterschiedlicher Herkunft
und mit unterschiedlichen Interessen.
Lichtenberg erfindet sich immer wieder neu.
Das gilt auch für unsere Dauer-Ausstellung.
Hier probieren wir neue Dinge aus
und zeigen unterschiedliche Sichtweisen
auf den Bezirk und seine Geschichte.
So können unsere Besucher*innen besser verstehen,
wie sich Lichtenberg über die Zeit entwickelt hat.
Unsere Dauer-Ausstellung ist inklusiv gestaltet,
also für ganz unterschiedliche Menschen zugänglich.
Und es gibt viele Mitmach-Bereiche.
Die Dauer-Ausstellung zeigt die Entwicklung des Bezirks.
Und sie zeigt, was Lichtenberg so besonders macht.
Wichtig sind dabei die Themen Arbeit, Leben und Veränderung.
Es gibt diese 4 Ausstellungs-Räume:
· WAS?
Dort geht es um die Geschichte des Ortes.
· WO?
Dort geht es um die 10 Ortsteile.
· WER?
Dort geht es um Menschen aus und in Lichtenberg.
· WOW!
Dort geht es um Überraschendes aus Lichtenberg.

Die Dauerausstellung im Museum Lichtenberg wird gefördert von der Europäischen Union, der LOTTO-Siftung Berlin und dem Berliner Senat.
Aufbruch 1900 bis 1933
Damals rauchten in Lichtenberg viele Schornsteine.
Tausende Menschen arbeiteten in den Fabriken.
Durch das starke Wirtschafts-Wachstum
bekam auch die Forschung mehr Bedeutung.
Der Fortschritt hatte Einfluss auf alle Lebens-Bereiche:
Neue Technik beschleunigte den Alltag,
neue Medien veränderten den Blick auf die Welt
und das Bewusstsein der Menschen wandelte sich.
Die Menschen wollten nicht nur hart arbeiten.
Sie wollten auch mitbestimmen können.
Deshalb organisierten sich die Arbeiter*innen
in Parteien, Gewerkschaften und Vereinen.
Lichtenberg wurde ein Zentrum der Arbeiter-Bewegung.
Beispiel: Karlshorst
Foto: Museum Lichtenberg
Karlshorst liegt im Süden von Lichtenberg.
Seit dem Jahr 1894 lockte eine Pferde-Rennbahn
regelmäßig Menschen in den Berliner Vorort.
Damals ließ der Kaiser kleine, bezahlbare Häuser
als soziales Vorzeige-Projekt bauen.
Karlshorst wurde schnell zum begehrten Wohnviertel,
auch für reiche Berliner*innen.
Zahlreiche Villen und Landhäuser wurden gebaut.
1945 wurde Karlshorst zum Schauplatz der Welt-Geschichte:
Vertreter der deutschen Wehrmacht unterzeichneten hier
am 8. Mai die bedingungslose Niederlage Deutschlands.
Damit war der 2. Weltkrieg in Europa beendet.
Das Museum Berlin-Karlshorst erinnert an diesen Tag.
Die sowjetische Armee marschierte schon im April 1945
in Karlshorst ein und erklärte es zum Sperrgebiet.
Die sowjetische Militär-Verwaltung in Deutschland
regierte ab sofort von Karlshorst aus.
Das sowjetische Militär hat den Ort erst 1994 verlassen.
Die fast 50-jährige sowjetische Besatzung ist bis heute sichtbar.
Aber im Laufe der Zeit wurden in Karlshorst
viele Militär-Standorte zu Wohnraum umgebaut,
Wohnhäuser in einen ordentlichen Zustand gebracht,
öffentliche Einrichtungen ausgebaut
und neue Siedlungs-Projekte umgesetzt.
Heute ist Karlshorst wieder ein beliebtes Wohnviertel.
Viele Menschen ziehen hierher, besonders junge Familien.
Oskar Ziethen
Der Politiker Oskar Ziethen lebte von 1858 bis 1932.
Er gilt als der Vater des modernen Lichtenbergs.
Denn er sorgte dafür, dass aus der kleinen Gemeinde
eine große Industrie-Stadt und ein Teil von Groß-Berlin wurde.
Im Jahr 1896 wurde Oskar Ziethen
der Gemeinde-Vorsteher von Lichtenberg.
Unter seiner Leitung sind in kurzer Zeit Krankenhäuser,
Schulen, das Rathaus, das Amtsgericht,
Wasser- und Elektrizitäts-Werke entstanden.
Außerdem hat er Verkehrs-Wege ausbauen lassen
und für die Ansiedlung von Handel und Industrie gesorgt.
Alle diese Maßnahmen waren erfolgreich:
Mit der Industrie kamen viele Menschen nach Lichtenberg.
Im Jahr 1907 hatte die Gemeinde 70.000 Einwohner*innen.
Deshalb bekam Lichtenberg vom Kaiser das Stadt-Recht.
So wurde aus dem Dorf die Stadt Lichtenberg.
Und Oskar Ziethen wurde 1908 der erste Bürgermeister.
Ilse Stöbe
Ilse Stöbe aus Lichtenberg lebte von 1911 bis 1942.
Sie war Mitglied in einem Widerstands-Netzwerk
während der Zeit des National-Sozialismus.
Ilse Stöbe hat als Journalistin gearbeitet
und für das Auswärtige Amt, also das Außen-Ministerium.
Von dort leitete sie ohne Erlaubnis Informationen
an den sowjetischen Geheim-Dienst weiter.
Im Jahr 1941 hat Ilse Stöbe die Sowjetunion
vor einem Überfall der deutschen Wehrmacht gewarnt.
Aber ihre Warnung wurde ignoriert.
Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen
hat der sowjetische Geheim-Dienst versucht, sie zu kontaktieren.
Die Geheime Staats-Polizei in Deutschland hat davon erfahren
und Ilse Stöbe im September 1942 festgenommen.
Im Dezember 1942 wurde sie zum Tode verurteilt
und kurz danach in Berlin hingerichtet.
Die Stasi, also der Geheim-Dienst der DDR,
hat die Geschichte von Ilse Stöbe für sich genutzt
und ein Denkmal für sie errichtet.