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Ausstellungen

Ausstellungen

Die Dauer-Ausstellung ist das Herzstück des Museums.
Sie erzählt die Geschichte von Lichtenberg.
Ausgewählte Themen dieser Geschichte werden
in wechselnden Sonder-Ausstellungen behandelt.
Der Eintritt ist für alle Ausstellungen kostenfrei.

Dauer-Ausstellung

Made in Lichtenberg
Made in Lichtenberg Foto: Museum Lichtenberg

Lichtenberg ist ein Bezirk der Vielfalt.
Hier kommt alles zusammen:
Dorf, Groß-Siedlung und Stadt,
Kiez-Geschichte und Welt-Geschichte,
Menschen mit unterschiedlicher Herkunft
und mit unterschiedlichen Interessen.
Lichtenberg erfindet sich immer wieder neu.
Das gilt auch für unsere Dauer-Ausstellung.
Hier probieren wir neue Dinge aus
und zeigen unterschiedliche Sichtweisen
auf den Bezirk und seine Geschichte.
So können unsere Besucher*innen besser verstehen,
wie sich Lichtenberg über die Zeit entwickelt hat.
Unsere Dauer-Ausstellung ist inklusiv gestaltet,
also für ganz unterschiedliche Menschen zugänglich.
Und es gibt viele Mitmach-Bereiche.
Die Dauer-Ausstellung zeigt die Entwicklung des Bezirks.
Und sie zeigt, was Lichtenberg so besonders macht.
Wichtig sind dabei die Themen Arbeit, Leben und Veränderung.
Es gibt diese 4 Ausstellungs-Räume:
· WAS?
Dort geht es um die Geschichte des Ortes.
· WO?
Dort geht es um die 10 Ortsteile.
· WER?
Dort geht es um Menschen aus und in Lichtenberg.
· WOW!
Dort geht es um Überraschendes aus Lichtenberg.

Die Dauerausstellung im Museum Lichtenberg wird gefördert von der Europäischen Union, der LOTTO-Siftung Berlin und dem Berliner Senat.

WAS?

Ereignisse, die Lichtenberg beeinflusst haben

Lichtenberg ist stark beeinflusst durch die Industrie.
Die Industrie ist ein Teil der Wirtschaft.
Dabei werden Rohstoffe wie zum Beispiel Eisen
abgebaut, bearbeitet und zu Produkten weiterverarbeitet.
Ein Merkmal der Industrie ist die Massen-Produktion.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts, also vor fast 200 Jahren,
entstand in Lichtenberg sehr viel Industrie.
Immer mehr Menschen kamen nach Lichtenberg,
Arbeiter*innen, Unternehmer*innen und Erfinder*innen.
Das Dorf entwickelte sich schnell zu einer Stadt.

Aufbruch 1900 bis 1933

Arbeiter mit Eisblock, um 1920
Arbeiter mit Eisblock, um 1920, Foto von Peter Thieme

Damals rauchten in Lichtenberg viele Schornsteine.
Tausende Menschen arbeiteten in den Fabriken.
Durch das starke Wirtschafts-Wachstum
bekam auch die Forschung mehr Bedeutung.

Der Fortschritt hatte Einfluss auf alle Lebens-Bereiche:
Neue Technik beschleunigte den Alltag,
neue Medien veränderten den Blick auf die Welt
und das Bewusstsein der Menschen wandelte sich.

Die Menschen wollten nicht nur hart arbeiten.
Sie wollten auch mitbestimmen können.
Deshalb organisierten sich die Arbeiter*innen
in Parteien, Gewerkschaften und Vereinen.
Lichtenberg wurde ein Zentrum der Arbeiter-Bewegung.

WO?

Vielfalt in Lichtenberg: Eine Erkundung der Ortsteile

Seit 2001 gehören diese 10 Ortsteile zu Lichtenberg:
· Alt-Hohenschönhausen
· Falkenberg
· Fennpfuhl
· Friedrichsfelde
· Lichtenberg
· Karlshorst
· Malchow
· Neu-Hohenschönhausen
· Rummelsburg
· Wartenberg

Beispiel: Karlshorst

Post-Karte der Pferderennbahn in Karlshorst
Post-Karte der Pferderennbahn in Karlshorst
Foto: Museum Lichtenberg

Karlshorst liegt im Süden von Lichtenberg.
Seit dem Jahr 1894 lockte eine Pferde-Rennbahn
regelmäßig Menschen in den Berliner Vorort.
Damals ließ der Kaiser kleine, bezahlbare Häuser
als soziales Vorzeige-Projekt bauen.
Karlshorst wurde schnell zum begehrten Wohnviertel,
auch für reiche Berliner*innen.
Zahlreiche Villen und Landhäuser wurden gebaut.

1945 wurde Karlshorst zum Schauplatz der Welt-Geschichte:
Vertreter der deutschen Wehrmacht unterzeichneten hier
am 8. Mai die bedingungslose Niederlage Deutschlands.
Damit war der 2. Weltkrieg in Europa beendet.
Das Museum Berlin-Karlshorst erinnert an diesen Tag.

Die sowjetische Armee marschierte schon im April 1945
in Karlshorst ein und erklärte es zum Sperrgebiet.
Die sowjetische Militär-Verwaltung in Deutschland
regierte ab sofort von Karlshorst aus.
Das sowjetische Militär hat den Ort erst 1994 verlassen.

Die fast 50-jährige sowjetische Besatzung ist bis heute sichtbar.
Aber im Laufe der Zeit wurden in Karlshorst
viele Militär-Standorte zu Wohnraum umgebaut,
Wohnhäuser in einen ordentlichen Zustand gebracht,
öffentliche Einrichtungen ausgebaut
und neue Siedlungs-Projekte umgesetzt.

Heute ist Karlshorst wieder ein beliebtes Wohnviertel.
Viele Menschen ziehen hierher, besonders junge Familien.

WER?

Menschen in und aus Lichtenberg

Viele interessante Menschen kommen aus Lichtenberg.
Sie haben hier gewohnt, gearbeitet und den Bezirk verändert.
Die Dauer-Ausstellung stellt einige dieser Menschen vor.
Sie haben auf ganz unterschiedliche Art ihre Spuren hinterlassen.

Oskar Ziethen

Foto von Oskar Ziethen
Oskar Ziethen 1915, Sammlung Kritzinger, Museum Lichtenberg

Der Politiker Oskar Ziethen lebte von 1858 bis 1932.
Er gilt als der Vater des modernen Lichtenbergs.
Denn er sorgte dafür, dass aus der kleinen Gemeinde
eine große Industrie-Stadt und ein Teil von Groß-Berlin wurde.

Im Jahr 1896 wurde Oskar Ziethen
der Gemeinde-Vorsteher von Lichtenberg.
Unter seiner Leitung sind in kurzer Zeit Krankenhäuser,
Schulen, das Rathaus, das Amtsgericht,
Wasser- und Elektrizitäts-Werke entstanden.
Außerdem hat er Verkehrs-Wege ausbauen lassen
und für die Ansiedlung von Handel und Industrie gesorgt.

Alle diese Maßnahmen waren erfolgreich:
Mit der Industrie kamen viele Menschen nach Lichtenberg.
Im Jahr 1907 hatte die Gemeinde 70.000 Einwohner*innen.
Deshalb bekam Lichtenberg vom Kaiser das Stadt-Recht.
So wurde aus dem Dorf die Stadt Lichtenberg.
Und Oskar Ziethen wurde 1908 der erste Bürgermeister.

Ilse Stöbe

 Ilse Stöbe (rechts) mit Kurt Müller und Frieda Stöbe, 1930er Jahre, Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Foto von Ilse Stöbe mit Kurt Müller und Frieda Stöbe, 1930er Jahre, Foto: Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Ilse Stöbe aus Lichtenberg lebte von 1911 bis 1942.
Sie war Mitglied in einem Widerstands-Netzwerk
während der Zeit des National-Sozialismus.
Ilse Stöbe hat als Journalistin gearbeitet
und für das Auswärtige Amt, also das Außen-Ministerium.
Von dort leitete sie ohne Erlaubnis Informationen
an den sowjetischen Geheim-Dienst weiter.
Im Jahr 1941 hat Ilse Stöbe die Sowjetunion
vor einem Überfall der deutschen Wehrmacht gewarnt.
Aber ihre Warnung wurde ignoriert.
Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen
hat der sowjetische Geheim-Dienst versucht, sie zu kontaktieren.
Die Geheime Staats-Polizei in Deutschland hat davon erfahren
und Ilse Stöbe im September 1942 festgenommen.
Im Dezember 1942 wurde sie zum Tode verurteilt
und kurz danach in Berlin hingerichtet.
Die Stasi, also der Geheim-Dienst der DDR,
hat die Geschichte von Ilse Stöbe für sich genutzt
und ein Denkmal für sie errichtet.

WOW!

Überraschendes aus Lichtenberg

Den industriellen Fortschritt, die große Zuwanderung
und gesellschaftliche Veränderungen in Lichtenberg
kann man manchmal ganz konkret an Gegenständen nachvollziehen. Im Raum WOW! zeigen wir überraschende Dinge,
die in Lichtenberg erfunden und hergestellt wurden,
die damals Einfluss hatten und die es heute noch gibt.

„Made in Lichtenberg“

Eierteiler aus Metall mit der Bezeichnung "Harras-Orginal-Eierteiler" wurde 1909 in Lichtenberg erfunden und ist heute in fast jeder Küche zu Hause.
Harras-Original-Eier-Teiler, 1930er Jahre, Museum Lichtenberg
Foto: Peter Thieme

Der Eier-Teiler

Der Fach-Techniker Willy Abel lebte von 1875 bis 1951.
Er gründete die Harras-Werke in Lichtenberg
und entwickelte mehrere Haushalts-Geräte.

Im Jahr 1909 hat Willy Abel zum Beispiel
ein Gerät zum schnellen Zerteilen von Eiern erfunden.
Der Eier-Teiler wurde als Erfindung geschützt
und ab 1912 massenhaft in den Harras-Werken hergestellt.
In kurzer Zeit wurden 10 Millionen Eier-Teiler verkauft.
Besonders beliebt war das Gerät in den USA.
Bis heute gibt es Eier-Teiler in vielen Küchen.

Willy Abel gilt als Vater der deutschen Haushalts-Maschinen-Industrie
und als Wegbereiter moderner Küchen-Geräte.
Neben dem Eier-Teiler hat er zum Beispiel auch
die Brot-Schneide-Maschine mit Kreis-Messer erfunden.
Beide Objekte siehst du in der Dauer-Ausstellung.

Eine Jacke aus dunklem Jeansstoff, auf deren Rücken in weißer Schrift steht: „Keine Macht für Niemand“
Jeansjacke, 1983, Leihgabe M. Horschig
Foto: Peter Thieme

Jeans-Jacke

Diese Jeans-Jacke ist typisch Punk [gesprochen: Pank].
Punk war und ist eine Protest-Bewegung von Jugendlichen.
Sie nennen sich selbst Punks oder Punker*innen.
Punks wollen unabhängig sein
von staatlichen und gesellschaftlichen Regeln.
Mit ihrer Kleidung zeigen sie: Wir sind anders.

Auch in der DDR gab es Punks.
Ein Treffpunkt der Punks war die Erlöser-Kirche in Lichtenberg.
Dort haben sie einen Raum für freies Denken geschaffen,
gemeinsam mit anderen Widerstands-Gruppen.
Die Jeans-Jacke siehst du in der Dauer-Ausstellung.

Sitzender Teddybär mit großem Kopf und kleinem Gesicht
DDR-Bärchen, Souvenir zur 750-Jahr-Feier, 1987
Foto: Peter Thieme

Teddy

So ein Teddy war ein Gast-Geschenk
für ausländische Vertrags-Arbeiter*innen in der DDR.
Auch der Vietnamese Dào Quang Vienh hat bei seiner Ankunft
im Wohnheim Gehrenseestraße einen Teddy bekommen.
Dào Quang Vienh kam im Jahr 1987 nach Lichtenberg.
Damals feierte Berlin gerade seinen 750. Geburtstag.
Der Teddy war das Maskottchen der Jubiläums-Feier.

Dào Quang Vienh hat damals im Betrieb „Fortschritt“
Herren-Bekleidung an der Näh-Maschine hergestellt.
Heute lebt er als Fotograf in Berlin.
Sein Teddy ist jetzt bei seiner Familie in Vietnam.
Einen ähnlichen Teddy siehst du in der Dauer-Ausstellung.