Person des Monats April

Wulf Olm

(1942‚Äď2007)

Vor zehn Jahren, am 5. April 2007, verstarb Wulf Olm. Der 1942 geborene, an der Hochschule f√ľr Grafik und Buchkunst in Leipzig ausgebildete Fotojournalist und -reporter, lebt in der Erinnerung seiner ehemaligen Kollegen als ein liebenswerter, manchmal provokanter und kauziger, aber immer gut gelaunter und aufmunternder Kollege fort.

In der DDR fotografierte Wulf Olm f√ľr die Junge Welt und die Berliner Zeitung. Auf vielen Fotos aus der Entstehungszeit des neuen Bezirkes Hohensch√∂nhausen sind politisch Verantwortliche der SED und Bauarbeiter mit ihrer Bautechnik zu sehen. Doch einige Portr√§ts der Bauarbeiter verraten deren tats√§chlichen Anteil an dem Gro√üprojekt, n√§mlich eine Heimat f√ľr fast 90.000 Menschen gebaut zu haben. Viele Jahre, bis zu seinem Tod, wohnte Wulf Olm selbst in Neu-Hohensch√∂nhausen. Nach 1990 hielt er den Wandel der Stadt und des Landes in Bildern fest. Gemeinsam mit Alexander Osang entstanden Reportagen, die auch als B√ľcher erschienen. Seine Kollegen munterte er auf, ihren Schreibtisch zu verlassen. ‚ÄěRaus m√ľsst Ihr, dorthin, wo das Leben spielt! Nicht hier rumh√§ngen und telefonieren!‚Äú

Als einer der besten Tierfotografen Deutschlands war er fast t√§glich im Tierpark Berlin anzutreffen.¬† Er kannte nicht nur den Direktor, mit dem er sich mach heftige Auseinandersetzungen leistete. Er kannte auch die Pfleger und fast jedes Tier ‚Äěpers√∂nlich‚Äú, und er wusste, auf unbemerkten Pfaden an die Gehege zu gelangen.¬† Es verging wohl kein Tag, an dem im Lokalteil der Berliner Zeitung nicht irgendein ein von Wulf Olm abgelichtetes Tier erschien. Die Leserinnen und Leser liebten seine Fotos.

Tierfotos entstanden auch f√ľr das neu erbaute Tierheim in Falkenberg. Seit dessen Er√∂ffnung 2002 entstanden j√§hrlich Tierkalender mit seinen Bildern.

Aufgewachsen in Karlshorst, ging er auch einer diesem Ortsteil gem√§√üen Leidenschaft nach ‚Äď dem Reit- beziehungsweise Traberennsport. Er besa√ü Pferde und sa√ü bei Rennen hin und wieder selbst im Sulky, so bei den damaligen Berliner Journalisten-Rennen.

Wulf Olm ist auf dem Evangelischen Friedhof Karlshorst an der Robert-Siewert-Straße 57/67 bestattet. Neben Oskar Gregorovius, dem Baumeister der Kolonie Karlshorst, Tierparkdirektor Prof. Dr. Dr. Heinrich Dathe und einigen anderen Großen der Stadt, fand er, mit Bedacht die Nähe zum Tierpark gewählt, seine letzte Ruhe.

Foto: Marcel Gäding

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