Erinnern in Lichtenberg | 14. Dezember 2023 bis 10. November 2024

Es sind allen voran Orte der Erinnerung, die lokale und überregionale Ereignisse oder Personen ehren und für den Bezirk und seine Bürger*innen Bedeutung haben. Erinnerungskultur ist in unterschiedlichen Formen im öffentlichen Raum präsent, z. B. als Straßenschild, Gedenktafel oder Denkmal. Doch nicht alle erfahren die gleiche Beachtung. Im Laufe der Zeit ändert sich zudem der Blick, mit dem auf historische Personen und Ereignisse geschaut wird.

Die Ausstellung im Museum Lichtenberg geht daher der Frage nach, welche Bedeutung die Orte der Erinnerung in Lichtenberg heute haben. Dabei werden die bürgerschaftliche Teilnahme an der Entstehung von Erinnerungskultur wie auch die Auseinandersetzung um die Deutungshoheit von Gedenkorten aufgegriffen.

Die Ausstellung „Erinnern in Lichtenberg“ lädt anhand von sieben Themen dazu ein, gemeinsam die Lichtenberger Gedenklandschaft zu entdecken. Dabei schlägt sie Bögen von der Erstürmung des Ministeriums für Staatssicherheit zum Zentralfriedhof Friedrichsfelde, vom Schloss Friedrichsfelde zu einem städtebaulichen Projekt für ein Kolonialviertel in Karlshorst, vom Arbeitshaus Rummelsburg und dem „Arbeitserziehungslager Wuhlheide“ in der NS-Zeit bis zu den Vertragsarbeiter*innen der DDR.

Die Ausstellung wurde von Dr. Margret Kampmeyer-Käding, Thomas Irmer und Dr. Dirk Moldt kuratiert. Sie wird durch ein umfangreiches Begleitprogramm mit Stadtspaziergängen, Zeitzeugengesprächen, Diskussionsveranstaltungen, Kurator*innenführungen, Vorträgen, Filmbeiträgen sowie ein museumspädagogisches Programm für Schulen ergänzt.

Laufzeit: 14. Dezember 2023 bis 10. November 2024

Öffnungszeiten: Di-So 11-18 Uhr

Der Eintritt für die Ausstellung und das Begleitprogramm ist frei.

 

Begleitprogramm

Mittwoch, 17. April, 18.30 Uhr, Museum Lichtenberg: „Als Vertragsarbeiter in Lichtenberg. Ibraimo Alberto und Antonio da Silva erzählen.“ Zeitzeugengespräch, Moderation: Julia Oelkers

Als Ibraimo Alberto und Antonio da Silva 1981 nach Berlin kamen, waren sie 18 Jahre alt und darauf vorbereitet, eine Ausbildung oder ein Studium in der DDR zu absolvieren. Bei der Ankunft auf dem Flughafen Schönefeld wurden sie jedoch einem Fleischkombinat zugeteilt. Wie sie sollten bis 1990, nach einem Staatsabkommen zwischen der DDR und der Volksrepublik Mosambik, insgesamt ca. 20.000 junge Mosambikaner und Mosambikanerinnen in Betrieben der DDR arbeiten. Alberto und da Silva suchten im Sport einen Ausgleich zur harten Tagesarbeit. Mit der Journalistin und Dokumentarfilmerin Julia Oelkers sprechen sie über ihre Erfahrungen aus jener Zeit.

 

Mittwoch, 2. Mai, 18.30 Uhr, Museum Lichtenberg: Ihre besten Vertreter... Unabhängige Stimmenauszählung bei der Kommunalwahl am 7. Mai 1989“. Podiumsdiskussion, Moderation: Dr. Dirk Moldt

Am 7. Mai 1989, vor fast 35 Jahren, gelang es Mitgliedern der Friedens-, Umwelt- und Menschrechtsbewegung, mit einer unabhängigen Stimmenauszählung bei den Kommunalwahlen eine Wahlfälschung der SED nachzuweisen. Kaum bekannt ist, dass die ersten Vorbereitungen zu dieser Auszählung im Hohenschönhausener Heinrich-Grüber-Zentrum stattfanden. Eine Lichtenberger Geschichte. Der Kurator Dr. Dirk Moldt spricht mit Evelyn Zupke (SED-Opferbeauftragte des Deutschen Bundestags und eine der Initiatorinnen der Auszählung) und dem Historiker Dr. Stefan Wolle über Ziele, Organisation und die Bedeutung dieser unabhängigen Stimmenauszählung.

 

Mittwoch, 15. Mai, 18.30 Uhr: „Bruderland ist abgebrannt“ Die Friedliche Revolution und ihre Folgen für Vertragsarbeiter*innen. Filmvorführung & Podiumsdiskussion, Moderation: Dr. Margret Kampmeyer-Käding


Mit der deutschen Wiedervereinigung verloren die DDR-Staatsverträge der sogenannten Vertragsarbeiter*innen ihre Gültigkeit. Die meisten Betroffenen verloren ihre Arbeits- und Wohnheimplätze, ihr Aufenthaltsstatus war ungeklärt. Viele nahmen das Angebot einer Rückkehrprämie von 3.000 DM an. Wer blieb, war geduldet bis zum Ablauf der Arbeitsverträge, durfte jedoch keine staatliche Hilfe in Anspruch nehmen. Der Dokumentarfilm „Bruderland ist abgebrannt“ fängt die rechtliche und soziale Unsicherheit unter den vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen ein. Im anschließenden Gespräch mit der Filmerin Angelika Nguyen und Tamara Hentschel, Mitgründerin des Vereins Reistrommel e.V., werden diese Krisenjahre sowie der nachfolgende Kampf ums Bleiberecht beleuchtet.

 

Weitere Veranstaltungen folgen.

 

Termine für Kurator*innenführungen (Änderungen vorbehalten):

Sonntag, 5. Mai, 14 Uhr, mit Thomas Irmer

Sonntag, 2. Juni, 14 Uhr, mit Dr. Margret Kampmeyer-Käding

Sonntag, 7. Juli, 14 Uhr, mit Thomas Irmer

Sonntag, 6. Oktober, 14 Uhr, mit Dr. Margret Kampmeyer-Käding

Sonntag, 3. November, 14 Uhr, mit Thomas Irmer

 

Foto: Die Möllendorffstraße erhält ihren Namen zurück, 1992, Museum Lichtenberg


Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Bezirksamt Lichtenberg. Sie entsteht in Kooperation mit Visit Berlin und wird gefördert durch den BKF Bezirkskulturfonds Berlin.

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