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Person des Monats Januar

Peter Frankenfeld - Conférencier, Radio- und Fernsehmoderator

1913 - 1979

Peter Frankenfeld lebte in seiner Kindheit in Rummelsburg und im heutigen Friedrichshain.
Geboren wurde Peter Frankenfeld als Willi Julius August Frankenfeldt am 31. Mai 1913 in einer Kreuzberger Klinik. Die Familie wohnt zu diesem Zeitpunkt in der Lichtenberger Rupprechtstraße 32. Der aus Stolp stammende Vater, Max Frankenfeldt, war Mechaniker und arbeitete als Werksmeister und Lehrlingsausbilder. Die Mutter Hedwig, geboren Sawatzki, war aus Gaudenz nach Berlin gekommen, wo sie PorzellanverkĂ€uferin gelernt hatte. Das Paar heiratete 1913. WĂ€hrend der Vater im Weltkrieg war, verzog die Familie in der Bödikerstraße 33, wo die Mutter ein „Cigarren- und Tabak-GeschĂ€ft“ eröffnete. Als SchĂŒler zeigten sich bei Peter Frankenfeld bereits die fĂŒr sein Leben wichtigen Begabungen. Außer Fremdsprachen konnte er gut Zeichnen. Selbst geschnitzte Puppen belebte er in einem Kaspertheater auf einer selbst gebauten BĂŒhne. Bei öffentlichen Vorstellungen nahm er Eintritt, um sein Taschengeld aufzubessern. Davon erwarb er sich bald darauf einige Zaubertricks und dazu gehörige Requisiten. Die Zauberei fesselt ihn so, dass der SechszehnjĂ€hrige, ohne seine Eltern davon in Kenntnis zu setzen, an seinem letzten Schultag mit einem Zirkus Berlin verließ und mit ihm nach Leipzig zog. Der Vater holte ihn allerdings wieder zurĂŒck.
Seinen ersten eigenstĂ€ndigen Lebenserwerb bestritt Frankenfeld als Page. 1930 besuchte fĂŒr kurze Zeit eine „Schule fĂŒr graphisches Gewerbe. In der Stralauer Allee entstand sein erstes Atelier, mit dem er als Reklamemaler sehr erfolgreich war. In dieser Zeit entstand auch seine Freundschaft zu dem expressionistischen Maler Willy Jaeckel, der ihm Malunterricht gab. Wie Jaeckel schloss sich Frankenfeldt der Neuen Berliner Sezession an. Es gelang ihm auch, einige seiner Bilder zu verkaufen. Doch blieb es nicht bei dieser kĂŒnstlerischen BetĂ€tigung. Angeregt durch amerikanische Revue-Filme lernte er Stepp-Tanz und wie eine gute BĂŒhnenshow angelegt wird. Sein Ziel war es, ein grĂ¶ĂŸeres Publikum zu unterhalten, was ihm auch vorzĂŒglich gelang. Bei der Einweihung seines neuen Ateliers in der Hasenheide 78, fĂŒhrte er ein fast zweistĂŒndiges Programm auf. Von da an öffnete sich sein Weg in die Welt der BĂŒhnenunterhaltung. Aus dem nun SechsundzwanzigjĂ€hrigen Willi Frankenfeldt wurde erst Willpeter, dann Peter Frankenfeld, der in Berlin, MĂŒnchen und Breslau zu einem gefragten ConfĂ©rencier avancierte. Auch im ersten „Berliner Fernsehsender Paul Nipkow“ trat er auf. Ende 1940 erreichte ihn die Einberufung zur Wehrmacht. Sehr bald organisierte er auch dort Veranstaltungen, so fĂŒr das Winterhilfswerk. Ab 1942 unterhielt er im Berliner Wehrmachts-Nachtkabarett durchreisende Soldaten. Dort hatten einige regimekritische Witze 1943 seine Versetzung an die Ostfront zur Folge. Aber auch hier wurde er mit dem Aufbau eines Fronttheater beauftragt.
Das Kriegsende erlebte Peter Frankenfeld in einem Lazarett in Marienbad. Dort stellte er sich zunĂ€chst der amerikanischen Besatzungsmacht als Dolmetscher zur VerfĂŒgung, doch sehr bald trat er in amerikanischen Clubs auf. 1948 entdeckte ihn der Rundfunk und er moderierte verschiedene Sendungen. Seine Vorbilder wurden amerikanisch Quizformate. 1952 folgte sein erster Fernsehauftritt im gerade neu gegrĂŒndeten NWDR. Mit der Sendung „Wer zuletzt lacht
“ im Radiosender Köln wurde seine Hörfunkkarriere befördert. Sie war auch in Hamburg und Berlin zu hören. „1:0 fĂŒr Sie“ begrĂŒndete endgĂŒltig seinen Ruf im Fernsehen. Sein Markenzeichen wurde ein groß kariertes Sakko. GrĂ¶ĂŸte PopularitĂ€t erlangte er aber im ZDF mit den Shows „Vergißmeinnicht, die zwischen 1964 und 1970 ausgestrahlt wurde. Die Sendung verfolgte auch wohltĂ€tige Zwecke. Der Erlös der dieser Show zugrunde gelegten Lotterie kam der neu gegrĂŒndeten Aktion Sorgenkind zugute. Nicht zuletzt brachte
auch das fĂŒr ihn – neben der kĂŒnstlerischen Leistung - die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse mit sich. An diese Erfolge konnte Frankenfeld dann
1975 noch einmal mit der Show „Musik ist Trumpf“ anknĂŒpfen. In der Zwischenzeit hatte er als Autor fĂŒr TV-Unterhaltung gesorgt. So schrieb er Sketsche u.a. fĂŒr Gerte Weiser, Theo Lingen und Joachim Fuchsberger.
Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Peter Frankenfeld am 3. September 1978 bei Radio Luxemburg. In der Nacht vom 3. zum 4. Januar 1979 verstarb Peter Frankenfeld an den Folgen einer Virusinfektion.