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Übergabe der Gedenktafel für Ernst Torgler
26. November 2014

Eine Gedenktafel für Ernst Torgler (1893–1963) übergibt Lichtenbergs Kulturstadträtin Kerstin Beurich am Mittwoch, dem 26.11.2014, um 11 Uhr in der Liepnitzstraße 46, 10318 Berlin, der Öffentlichkeit. Zur Übergabe spricht Lutz Heuer, Mitautor der Biografie „Ernst Torgler. Ein Leben im Schatten des Reichstagsbrandes“. Es musiziert Burkhardt Schmidt. Zu einem Gespräch über das von Lutz Heuer und Norbert Podewin gemeinsam verfasste Buch über Torgler sind die Besucher/innen im Anschluss in des iKARUS Stadtteilzentrum Lichtenberg Süd, Wandlitzstraße 13, 10318 Berlin eingeladen.

Mit der Gedenktafel ehrt der Bezirk Lichtenberg das Andenken an diesen vom Nationalsozialismus verfolgten und missbrauchten sowie von seiner Partei verstoßenen KPD-Politiker Ernst Torgler. Der Lichtenberger Stadtrat, Reichstagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende der KPD, Ernst Torgler, wohnte von 1920 bis zu seiner freiwilligen Inhaftierung 1933 im Haus Liepnitzstraße 46 (bis 1951 Prinz-AdalbertStr. 19). 1933 war er Mitangeklagter im Reichstagsbrandprozess. Nach seinem Freispruch befand er sich von 1933 bis 1935 in „Schutzhaft". Seine Partei schloss ihn 1935 auf dem „Brüsseler Parteitag" aus. Von 1941 bis 1945 war er Grundstücksrevisor bei der NS-Haupttreuhandstelle-Ost, ab 1945 Beauftragter für das Flüchtlingswesen in Bückeburg. Nach gescheiterten Wiederaufnahmeversuchen in die KPD trat er 1949 in die SPD ein. Seine letzten Arbeitsjahre war er als Angestelltensekretär bei der Gewerkschaft ÖTV in Hannover. Er starb am 19. Januar 1963 in Hannover. Die 60 mal 60 Zentimeter große Stahltafel wird auf dem Gehweg vor dem ehemaligen Wohnhaus Torglers aufgestellt. Es ist die 13. Gedenktafel, die mithilfe des Lichtenberger Fonds für Erinnerungskultur gestaltet worden ist.

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