Ausstellungen 2012

27. Januar - 27. April 2012
"Rosas Herbarium"
—weiterlesen—

11. Mai - 7. Juli 2012
"Heimat. Que Huong"
—weiterlesen— 

25. August - 30. Dezember 2012
"Faszination Archäologie"
—weiterlesen—


 

Freitag, 27. Januar – Freitag, 27. April 2012

Eröffnung: 27.1.12, 17 Uhr
Einladungskarte

"Rosas Herbarium"

von Barbara Willems

Rosa Luxemburg bewirtschaftete während ihres Gefängnisaufenthaltes in Wronke zwischen Oktober 1916 und Juli 1917 den dortigen Garten. Ausgangspunkt für Barbara Willems waren die Briefe Rosa Luxemburgs, denen sie entnehmen konnte, dass sie dabei ein Herbarium führte. 2009 wurden in einem staatlichen Archiv in Warschau ihre verschollenen botanischen Hefte wieder gefunden. Das Herbarium zeigt 370 unterschiedliche Pflanzen; die Hefte beginnen im Mai 1913 und schließen am 10. Oktober 1918, drei Monate vor der Ermordung Rosa Luxemburgs.

Die Ausstellung dekonstruiert ein komplexes ästhetisches Dokument: Die botanischen Hefte Rosa Luxemburgs konservieren die Gestalt der jeweiligen Pflanzen und als authentisches biografisches Zeugnis manifestieren sie zugleich eine zweckfreie Auseinandersetzung mit der Natur. Unter dieser Voraussetzung befassen sich die zeichnerischen Recherchen von Barbara Willems mit ausgewählten Blättern des Herbariums. Sie thematisieren das leidenschaftliche Interesse Rosa Luxemburgs an der Naturbeobachtung und die damit verbundene exemplarische Freiheitserfahrung.

Barbara Willems, Berberitze, Kohle auf Papier, 50x70 cm, Ausschnitt

Nach oben

 

Freitag, 11. Mai – Samstag, 7. Juli 2012

Eröffnung: 11.5.12, 18 Uhr

"Heimat. Que Huong",
Fotografien und Lebensläufe von vietnamesischen Rückkehrern

von Nora Bibel

2010 feierten Deutschland und Vietnam 35 Jahre diplomatischer Beziehungen, eine Zeit, in der sich die unterschiedlichsten Lebensbeziehungen zwischen den beiden Ländern entwickeln konnten. Eine große Community von Exilvietnamesen lebt mittlerweile in Deutschland, in Berlin bilden sie sogar die größte außereuropäische Migrantengruppe, und an einem Gymnasium im Stadtteil Lichtenberg stammen 17 Prozent der Schüler aus einer vietnamesischen Familie. Doch was, wenn die Sehnsucht zum Stammland – trotz besserer Ausbildungschancen, qualitativ hochwertigerer Produkte und einer gewissen sozialen Sicherheit in Deutschland – nicht nachlässt? Die Fotografien von Nora Bibel zeigen Vietnamesen, die vor Jahren ihre Heimat verlassen hatten, um in Deutschland zu leben, nun aber wieder nach Vietnam zurückgekehrt sind. Die Familien stammen aus den Großstädten Vietnams, Saigon und Hanoi, genauso wie aus Hue, Vinh und der Provinz Ha Thinh. Viele von ihnen lebten in Ostdeutschland, in Orten wie Senftenberg, Moritzburg, Erfurt und natürlich in Berlin, einige Geschichten führen aber auch nach Nürnberg, Stuttgart oder Lübeck.

Die individuellen Lebensläufe der Protagonisten erzählen von der engen Verbindung zwischen den beiden Ländern, genauso wie sie der Frage nach Heimat an sich nachgehen. Obwohl jedes Bild für sich arrangiert und inszeniert ist, erscheinen die Fotografien eher wie zufällig und gefunden. Die Nähe zur Person steht im Vordergrund.

Nguyen Thi Tuyet, Inhaberin einer Werkstätte. Foto: Nora Bibel

Nach oben

 

Samstag, 25. August – Sonntag, 30. Dezember 2012

Eröffnung: 25.8.12, 18 Uhr

Faszination Archäologie. Ausstellung über Fundschätze aus der Vor- und Frühgeschichte Lichtenbergs

von Joachim Krüger

Archäologische Hinterlassenschaften auf dem Gebiet des heutigen Bezirkes Lichtenberg zeugen von der Anwesenheit des Menschen in ur- und frühgeschichtlicher Zeit. Ihre Entdeckung, fachgerechte Freilegung, Bergung und wissenschaftliche Erforschung geben uns Einblick in die Lebenswelt unserer Vorfahren. Die frühesten archäologische Bodenfunde reichen bis in die Stein- und Bronzezeit zurück. Die ersten Spuren stammen aus einer Warmphase der letzten Eiszeit, als sich die klimatischen Bedingungen verändert hatten. Wenige sichere Hinweise wie u.a. eine in Hohenschönhausen geborgene Feuersteinklinge sprechen dafür. Bei drei Kugelamphoren der Jungsteinzeit handelt es sich um einen Grabfund von Friedrichsfelde und eine frühzeitliche Siedlung mit Feuerstelle und Pfostenlöchern, konnte im Jahr 1937 in Malchow ausgegraben werden. Eine einhenklige Graburne aus der frühen Römische Kaiserzeit, die neben  Leichenbrandresten auch zwei gleichgestaltete Bronzefibeln enthielt, wurde 1895 beim Bau eines Hauses westlich des S-Bahnhofes in Karlshorst geborgen.

Aus dem anfänglichen, von Sammlerleidenschaft geprägten Interesse, wurde eine Wissenschaft, die uns heute mit ihren verfeinerten und hoch entwickelten Methoden ein immer komplexeres Bild einer schriftlosen Zeit entwerfen lässt. Die archäologischen Funde und Fundstellen in einzelnen Lichtenberger Ortsteilen, deren Entdeckung und Bergung unterschiedlichen Umständen und Aktivitäten zu verdanken sind, sind Gegenstand der Ausstellung.

Kugelamphoren, Jungsteinzeit, Grabfund von Friedrichsfelde. Foto: Museum Lichtenberg

Nach oben